Fasnachtsumzug Rheineck 1.2.2026


Und auf ging es in das zweite Fasnachtswochenende. Nach der Fasnachtseröffnung in Gossau, wo „Alles Anderscht“ war, wagten wir uns an diesem Wochenende in neue Gefilde. Der Umzug in Rheineck stand an, ein Umzug, der für viele Mitglieder und Mitgliederinnen – wir wollen hier auch auf das Gendern achten – neu war. So versammelten wir uns gewohnt kurz nach 11 Uhr bei unserer so liebgewonnenen Scheune.

Obwohl das Wetter noch etwas garstig und kalt wirkte, half dies so manchem Gnömli, die Betriebstemperatur allmählich hochzufahren. Dies war auch wahrlich vonnöten, da während der Ansprache unseres Umzugschefs es zu Verwechslungen zwischen Schule, Schwimmbad und „Wo parken wir?“ kam. Nichts desto trotz wurde uns rasch klar, dass wir nach Rheineck fahren sollten, wir Käfig, Taxi, Konfetti und Sugus brauchten und dies zügig verladen hatten. Naja, dies taten wir dann auch, während ein spontaner Schneefall einsetzte, der so manchem nicht gerade zusagte. Daher stiegen wir zügig in die Autos und nahmen die Fahrt nach Rheineck unter die Räder.

In Rheineck angekommen, schien sich Petrus allmählich mit den Gnomen zu versöhnen. Zwar wirkte das Wetter jetzt noch etwas verhangen, doch die Temperaturen und der ausbleibende, quere Schneefall waren nicht mehr präsent. Auf einem Parkplatz, nicht unweit der Umzugsstrecke, ging schliesslich das grosse Umziehen los. Erneut zeigte sich hier, dass die Fasnachtssaison noch nicht wirklich angelaufen war und dies erst unser zweiter Umzug war. So wirkten die Griffe bei gewissen Gnömli doch sehr beschwerlich und wiesen vereinzelte grosse Fragezeichen auf.

Ebenfalls lenkte ein erfahrener Gnom einen ungewöhnlichen Panettonelieferanten ab, der beinahe aufdringlich seine Ware an die Gnömli bringen wollte. Ja, als Zuschauer hätte man beinahe denken können, hier beginnt das närrische Treiben bereits lange vor dem Umzug. Als schliesslich jede Fellstulpe an ihrem Platz war, alle Umhänge passend und anliegend sassen und die Stricke sauber und korrekt gebunden waren – was einige Zeit in Anspruch nahm – suchten wir unsere Startnummer. Diese fanden wir dann auch in einer kleinen Zwischenstrasse, deren Name wir etwas speziell fanden und die wir an dieser Stelle nicht erwähnen möchten. Hier bezogen wir Stellung und warteten auf den Startschuss.

Schnell wurde uns erfahrenen Umzüglern und Umzüglerinnen klar, dass dieser Umzug gross werden würde. Riesige Umzugswagen, gezogen von (Zitat eines Gnoms) „sehr männlichen Traktoren“, säumten die Startaufstellung. Schnell war bemerkbar, dass sich hier nicht nur Gruppen aus der Region, sondern auch aus dem nahen Ausland einfanden, da plötzlich neben uns in einwandfreiem Hochdeutsch gesprochen wurde.

So warteten wir gespannt auf den Beginn des Umzugs, während wir nebenbei wohl zu den besten Kunden des nahegelegenen Verpflegungsstands wurden. Wir frönten einigen guten und gemeinschaftlichen Minuten, bevor wir kurz nach halb zwei mit der frühen Nummer 11 starten durften. Wie bereits erwähnt, starteten wir gut gelaunt und bestens ausgerüstet in diesen Umzug.

Erwies er sich zu Beginn noch etwas löchrig, ähnlich einem Emmentaler, vermochte er sich gegen Ende wahrlich zu schliessen und kam einem gut gereiften Gruyère gleich. So fanden wir uns in der Altstadt, umgeben von Publikum am Strassenrand, und die fasnächtliche Arbeit ging uns nicht aus. Fleissig wurde Kundschaft für das Gnomentaxi gesucht, welches wiederum viele junge Fasnachtsbegeisterte von sich aus selbst anzog. Jaja, es fand sich diverse Kundschaft, die gar freiwillig für einen wilden Ritt auf diesem Gefährt zu überzeugen war.

Auch der mitgebrachte Käfig erfreute das Publikum, und manch eine Drehung wurde an diesem Sonntag vollzogen – natürlich auf den hart arbeitenden Buckeln unserer beiden wackeren Schieber und Dreher, denen das frühe Verhalten einige Schweissperlen unter die Maske trieb. Daneben wurde fleissig der Gnomenschnaps unter die durstige Bevölkerung gebracht, und der junge, zahlreiche Nachtrab versorgte seine Gleichgesinnten mit den mitgebrachten Sugus.

So war es einmal nicht verwunderlich, dass wir im Verlauf der Umzugsstrecke uns gut verteilten, was Anfang und Ende kaum überblicken liess. Rückblickend darf erwähnt werden, dass wir uns ganz gut geschlagen haben, was besonders die verschwitzten Gesichter am Umzugsende zeigten. So wurden wir gar darauf hingewiesen, doch bitte die Maske wieder anzuziehen, da wir so schöner und weitaus hübscher aussehen würden als ohne Maske.

Ein kurzer schwerer Schlag, welcher jedoch gekonnt weggesteckt wurde, zumal der Umzugschef zum obligaten „Wienerli danach“ aufrief, welches herzlich willkommen war. Etwas dehydriert und ausgehungert – der Panettone war doch nicht so sättigend – nahmen wir diese Geste der Veranstalter dankend an. Überraschend durften wir an diesem Sonntag einen wärmenden Kessel von Wienerli vorfinden. Ein geradezu beachtlicher Kessel, der genauso viele Geschichten erzählen könnte wie die Gassen von Rheineck.

Wohl gesättigt zogen wir uns an die mittlerweile sonnigen Plätze am Ende des Umzuges zurück. Hier wurden die restlichen Umzugsteilnehmer bestaunt. Wir haben ja schon vieles gesehen, doch dieses Jahr, so scheint es, war besonders im unteren Rheintal Rauch in allen Formen, Farben und Arten sehr akkurat. Was wir dort einnebelten, da könnten sich die Fans des FC St. Gallen eine ordentliche Scheibe abschneiden. Wobei, letztere schlossen den Sonntag nicht überragend erfolgreich ab.

 

So verblieben wir noch einige Stunden gemeinsam bei berauschenden Guggenmusikklängen. Beim Eindunkeln des Abends war dann schliesslich für alle Schluss. Zufrieden und mit einem fasnächtlich hüpfenden Herzen traten wir den Heimweg an. Vielen Dank, Rheineck.

 

 

Rhynegg es chlises Städtli am Bodesee, 

schön hend mir als Gnome euch au mol noh gseh.

Ah de Fasnacht bisch du voll parat,

und mit eme flotte Umzug am Start. 

 

Grossi Wääge und ganz viel Gugge, 

lönd d' Lüüt am Strosserand zemerugge.

Das isch würklich en tolle Sunntig gsi,

mir wered ganz gern wieder Mol debi.

 

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Fasnachtsumzug Rebstein 7.2.2026 


Auch an diesem Wochenende in der Fasnachtszeit waren die Gnomen auf den Ostschweizer Strassen anzutreffen. Am Samstagnachmittag nahmen wir am Rebsteiner Fasnachtsumzug teil. Ein Umzug, der manch einem Gnömli bestens bekannt ist, da wir doch bereits einige Male an diesem Umzug zu Gast waren und Parkplatz, Start, Ziel sowie die Route vielen von uns bekannt waren. So fanden sich pünktlich die ganze Gnomenschar am vereinbarten Treffpunkt in Rebstein ein. Wie in den Jahren zuvor, verzückte uns auch dieses Jahr der Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen. So lockte das wohlig warme Gnomengewand noch nicht jedes Gnömli. Anstelle dessen wurden fleissig Sonnenbrillen und Tächlilichäppli montiert. Schliesslich machte man sich, ausgerüstet mit Bett, Gnomentaxi, Leiterwagen und reichlich Konfetti sowie Sugus, in Richtung Umzugsstart auf.

Auf dem Weg dorthin wurde uns rasch klar, dass hier in Rebstein heute etwas los sein würde auf den Strassen. Die Route war bereits lange vor Umzugsstart gut besucht. Dies war auch nicht verwunderlich, feierte die Rebsteiner Dorffasnacht an diesem Wochenende ihr 50-jähriges Bestehen, und der Umzug sollte etwas länger als üblich, sprich mit mehr laufenden Fasnächtlerinnen und Fasnächtlern, durchgeführt werden. Sage und schreibe 55 Gruppen, Wagenbauer, Guggenmusiken, Kindergruppen und Maskencliquen fanden sich für den Lauf durch das beschauliche Rebstein ein, und mittendrin die Abtwiler Gnomen.

Am Start angekommen, wurde rasch ein Plätzchen in der Sonne gefunden. Dies war auch von Nöten und besonderer Wichtigkeit. Verglichen mit den vergangenen Umzügen, bei denen wir teils sehr frühe Startnummern hatten, starteten wir hier als drittletzte Gruppe. So begann also das lange Warten. Doch auch ein solcher Umstand haut ein Gnom nicht aus den Fellstulpen. So vertrieb man sich die Zeit auf vielerlei kreative Art und Weise. Man gönnte sich eine kleine Zwischenverpflegung, prostete einander zu, besprach den neuesten Klatsch und Tratsch und suchte dazwischen die nahegelegene Toilette einer Dorfbeiz auf, wo wir nun als Maskenclique mit schwacher Blase bekannt sein dürften. Auch die neuesten Entwicklungen im englischen Fussball wurden fleissig verfolgt, während andere sich ein Sonnenbad auf dem Gnomenbett gönnten. Ja, wir hatten viel Zeit, die wir über den Zeiger brechen mussten.

Endlich hiess es irgendwann: Strecke frei für die Gnomen, und die ersten Meter wurden in Angriff genommen. Schnell zeigte sich, dass das Warten keinerlei Einfluss auf das Gnomenhandwerk hatte. Ganz im Gegenteil. So erfreute sich das Gnomenbett grosser Beliebtheit und wies immer wieder eine Überbelegung auf. Auch das Taxi war stets gut besucht und trieb dem wackeren Schieber so manche Schweissperle unter der Maske über die Stirn. Natürlich blieben die gewohnten Gnomenrufe und -tänze nicht aus, und auch der Wedel wurde höchst professionell eingesetzt. Dem Gnomemotto getreu, brachten wir reichlich Konfetti, Sugus, Gnomenschnaps und so mancher Lacher unter die anwesenden Besucher.

Im letzten Drittel machte sich die späte Startnummer dann doch noch bemerkbar. So trafen wir allerlei Kuriositäten mitten in unserem Umzug an. Von fahrenden Velos bis hin zu Kinderwagen kam uns da so ziemlich alles entgegen. Gar ein öffentliches Verkehrsmittel kreuzte plötzlich die Umzugsstrecke. Hiervon liessen wir uns jedoch nicht beirren und brachten den Umzug souverän zu Ende.

 

Mit dem Erreichen des Umzugsendes hatte auch die Sonne genug vom bunten Treiben in Rebstein und zog behutsam den Rückzug an. So kam das warme Wienerli gerade recht und wärmte unsere leicht knurrenden Mägen. Noch einige Zeit verbrachten wir am Umzugsplatz, wo wir der stark basshaltigen Schlagermusik der anwesenden Fasnachtswagen lauschten. Mit dem fortschreitenden Eindunkeln trennten sich allmählich unsere Wege in die verschiedensten Himmelsrichtungen. Einige verweilten noch in Rebstein, andere traten den Heimweg an, und wieder andere besuchten anderswo fasnächtliche Aktivitäten. Rebstein, es war uns wie immer eine Freude, dass wir dabei sein durften. Wir kommen gerne wieder.

 

In Rebstei isch d‘ Fasnacht 50 Jöhrli alt,  

 

das loht üs als Gnome natürlich nöd chalt. 

Döt wönd mir au here und debi si,

schliessli sind mir scho paar Mol dette gsi.

 

Was für en Trubel het üs scho erwartet.

Geduld het's noh brucht, bis mir denn sind startet.

Uf het's denn geheisse, jetzt sind mir am Start.

Taxi und Bett nehmet langsam uf Fahrt. 

 

Dur d' rebsteiner Gasse sind mir den los,

und acho am Schluss recht atemlos.

Verteilt hend mir gern Sugus und Konfetti,

nöd nur die Böse, nei au alli Netti.

 

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Fasnachtsumzug Horgen 22.2.2026 


Und schon klopfte der letzte Umzug der Fasnacht 2026 lautstark an das Gnomenhüttli. An diesem strahlenden Februarwochenende trafen wir uns ein letztes Mal vor unserer Scheune. Ratzfatz war das benötigte Umzugsmaterial verpackt. Die Spuren vom Vortag aus Wartau, vom sehr regnerischen Wartau, waren jedoch noch sicht- und vor allem fühlbar. Unser Gnomenbett hat die wundervolle Metamorphose vom alten, knarrenden Holzbett zum neuen, modernen Wasserbett zu unserer Freude komplett vollzogen. Nach einer kurzen Ansprache und dem obligaten Klären der Parkfrage ging es dann auch los. Heute sollte es erneut über den Ricken gehen. Diesmal steuerten wir jedoch nicht wie normalerweise die Innerschweizer Kantone an. Neinnein, wir wagten was Neues, etwas Ungewohntes — wir betraten quasi Neuland. Für diesen letzten Umzug der Saison gingen wir nach Horgen im Kanton Zürich, ein für uns neuer Umzugsort.

In Horgen angekommen, erwartete uns wunderschönes Frühlingswetter, welches Balsam für die teils noch feuchten Umzugsmaterialien und Gwändli war. Gut gelaunt zogen wir kurze Zeit später von dannen in Richtung Umzugsstart. Bereits hier sollten wir ein erstes Mal gehörig ins Schwitzen kommen, da alles bergauf ging. So redeten wir uns gegenseitig ein: „Lieber jetzt hoch als später mit einer Maske.“ Diese Erfahrung durften wir schliesslich auch schon machen, gell Andelfingen. Auf dem Weg zum Umzugsstart zeigte sich uns Horgen von seiner schönsten Seite. Hier wird die Fasnacht noch etwas anders gelebt als bei uns. An den Strassenrändern spielten Musikbands mit Gitarren, Bass, Schlagzeug und Blasinstrumenten Klassiker aus vergangenen Tagen, und gefühlt war ganz Horgen an diesem Sonntag auf den Beinen. Dies würde ein familiärer Umzug werden, so viel ward uns schnell klar.

Am Umzugsstart angekommen, zeigte sich uns ein ähnliches Bild. Die Anzahl an grossen Lärmiwagen, welche an anderen Orten überwog, fanden wir hier nicht vor. Mit der Startnummer 22 von 24 war dann für uns zuallererst einmal Warten angesagt. Mittlerweile sind wir jedoch auch darin geübt, solche Situationen mit Bravour zu meistern. Fleissig wurde gequatscht, andere Gruppen bestaunt, und natürlich genossen wir die wohlige, warme Frühlingssonne auf unseren Schultern. Letztere trug auch dazu bei, dass sich das Gnomenbett allmählich von den Strapazen des Vortages zu erholen schien. Allmählich rückte der Umzugsstart näher, und letzte Vorbereitungen wurden getroffen. Fleissig wurden Konfetti und Sugus aufgefüllt, Gewänder zurechtgerückt sowie Handschuhe übergestreift, bis es schliesslich für uns hiess: Masken runter und los. Auch an unserem letzten Umzug büssten wir nichts von unserem Handwerk ein. Das unrhythmische Klingeln unserer Glocken hallte durch die Gassen von Horgen, während wir damit beschäftigt waren, Konfetti, Sugus und Gnomenschnäpsli unter die zahlreichen Besucher am Strassenrand zu bringen. Der Umstand, dass der Umzug bergabwärts führte, erwies sich als dankbarer Umstand für unsere Schieber, da sich das Bett an diesem Sonntagnachmittag grosser Beliebtheit bei den Zürcher Fasnachtsbegeisterten erfreute. Natürlich kam auch der Gnomenschalk an diesem Nachmittag nicht zu kurz, und so vermochten wir einige Lächeln auf die Gesichter am Strassenrand zu zaubern. Und dann war Schluss für die Saison 2026. Auf dem Dorfplatz von Horgen verbrachten wir noch einige Zeit bei Guggenklängen und frönten dem närrischen Treiben. Für einmal blieb hier in Horgen das obligate Wienerli aus. Da haben sich die Veranstalter etwas ganz Besonderes und für uns Ungewohntes einfallen lassen. Mit unserem Gutschein durften wir uns irgendwo, an einem Verpflegungsstand unserer Wahl, frei verpflegen. So etwas erlebt ein Gnömli auch nicht an jedem Umzug.

 

Mit dem Eindunkeln traten auch wir allmählich den Rückzug an. Doch für uns sollte noch nicht ganz Schluss sein — das Abschlussessen stand noch an. Dieses verbrachten wir im Gasthaus Schweizerhof auf dem Ricken. Hier liess sich die Gnomenschar feine Cordon Bleus mit Pommes und Gemüse schmecken. Dann war dann wirklich Schluss. Auf dem Ricken verabschiedeten wir uns, und in alle Himmelsrichtungen traten wir die Heimreise an. Die Gnomengwändli, Masken und Umzugsmaterialien werden nun für eine Weile verschwinden. Vielleicht werden sie gewaschen, repariert, neu gestaltet oder ausgebessert. Doch eines ist klar: Wenn Frau Fasnacht im Februar 2027 uns ruft, werden wir wieder parat und voll am Start sein.

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